BELUS Mini-Gärtner

Anbau auf kleinstem Raum

Aufwertung des vorhandenen Bodens

Nach einer mehrjährigen Nutzung des Anbaubodens, spätestens nach vier Jahren, sollte man sich einen Tag die Zeit nehmen und die vorhandene Erde aufwerten.


Kurzform

Dazu entleeren wir die Blumenkästen auf einer großen Plane und lockern diese vorsichtig mit den Händen auf. Dabei achten Sie bitte auf evtl. vorhandene Käferlarven (Raupenähnlich) und Regenwürmer. Schützen Sie diese nützlichen Bodenlebewesen in einem separaten kleinen Erdhaufen bevor Sie mit der Aufwertung beginnen.

Nach der Lockerung des Bodens geben wir etwas Humus, eine Hand voll Hornspäne, Kompost, Mist, Sand, eine Hand voll natürlichen Kalk und ein wenig von dem Lehm/Ton-Gemisch hinzu. Eine Portion vegetarischen Langzeitdünger können Sie ebenso hinzufügen wie Pflanzenreste, auf die ich weiter unten näher eingehen werde. Nachdem Sie diese nun sorgfältig in den Boden eingearbeitet haben, füllen Sie damit die Blumenkästen randvoll auf, da sich der aufgelockerte Boden noch setzen wird. Vergessen Sie jedoch nicht die geretteten Bodenlebewesen wieder auf die Blumenkästen aufzuteilen.

In der Grafik von Neudorff ist sehr schön zu erkennen, das ein zu geringer aber auch ein zu hoher pH-Wert vermieden werden sollte. Ich setze natürlich vorkommenden Kalk zur Verbesserung der Bodensäure erst dann ein, wenn der Boden zu einem sinkenden pH-Wert tendiert. Dies ist sehr einfach mit einem pH-Wert Bodentest aus dem Fachhandel herauszufinden, über welchen ich bereits hier informierte.


Wieso, Weshalb, Warum?


Natürlicher Kalk

Dieser wird zur Verbesserung der Bodensäure verwendet. Ein ausgesprochen guter Boden pH-Wert sollte stets zwischen 6 und 7 liegen. Dies begünstigt nicht nur das natürliche Bodenleben sondern verhindert auch die Schadstoffaufnahme von Mineralien, die Sie wahrscheinlich nicht gerne in dem Salat oder Gemüse wissen möchten.


Humus

Der Humus besteht aus Pflanzenresten, wie Ästen und Blättern, die bereits teilweise durch die Mikroorganismen im Boden zersetzt und somit in ihre organischen Bestandteile zerlegt wurden. Nach diesem Prozess werden, für die Aussaat und vorhandenen Pflanzen, nützliche Mineralstoffe zur Verfügung gestellt. Eine gute Portion Humus darf bei der Aufwertung nicht fehlen.


Torf/Lehm/Ton

Da ich einen wirklich biologischen Anbau anstrebe, werde ich auf den Lebensraumzerstörenden Torf-Abbau verzichten und stelle Ihnen ein Gemisch aus Lehm und Ton vor, welches ebenfalls sehr gute Speicherkapazitäten von Wasser für den Boden anbietet. Gerade bei sandigem oder ständig trocken wirkenden Böden hilft eine Zugabe von einem Lehm-Ton-Gemisch ungemein.


Sand

Sauberer feiner Sand aus dem Baumarkt kann bei zu festem Boden für eine Verbesserung der Luft- und Wasserdurchlässigkeit sorgen. Der Boden wird durch den Sand lockerer, bietet einer Pflanze jedoch keine Mineralien und hilft auch nicht die Feuchtigkeit zu halten. Von daher sollten Sie lieber nicht zu viel Sand verwenden.


Hornspäne

Sie bilden den natürlichsten Stickstoffdünger den man für wenig Geld bekommen kann. Da er sich nur langsam zersetzt, wird er sehr gerne als Langzeitdünger angewendet. Normalerweise könnten Sie auch Haare und Fingernägel in den Boden einarbeiten. Durch die Zersetzung geben diese ebenfalls Stickstoff an den Boden ab. Bisher sträubte ich mich jedoch noch dagegen es auszuprobieren.


Rhododendron-Erde

Die spezielle Erde für die Rhododendron ist sauer und wird wie der natürliche Kalk, jedoch zum senken des pH-Wertes bei einer Aufwertung untergemischt. Hierbei kommt es lediglich darauf an, welche Pflanze Sie verwenden möchten. Meine Heidelbeere mag es sauer, weswegen sie ausschließlich Rhododendronerde erhielt.


Organische Düngung

Natürlich gibt es auch die synthetisch mineralische Düngung die für einen rein biologischen Anbau und dem zu versorgenden Bodenleben jedoch nicht verwendet werden sollte. Das Bodenleben verhungert und die zukünftigen organischen Reste in dem Boden können nicht mehr abgebaut werden was Sie an die synthetische Düngung binden könnte. Bei einer rein organischen Düngung sorgt der natürliche Kreislauf für einen ausgesprochen guten Nährstoffhaushalt und das Bodenleben produziert mit den Ausscheidungen für eine Nährstoffversorgung der Pflanzen. Da Sie hier nur natürliche Produkte wie z.B. Lehm, Ton, Sand und Humus verwenden, werden Sie auch mit natürlichen Erzeugnissen belohnt. Der von mir verwendete vegetarische Langzeitdünger von Neudorff eignet sich ebenfalls als Nahrungsvorrat für das Bodenleben.

Hornspäne, Kompost, Mist und spezielle Pflanzenteile wie z.B. Rizinus, Brennessel und Nutzhanf können Sie ebenfalls als organische Düngung mit unter die Erde mischen. Auch die bereits erwähnte Gründüngung können Sie bei der Aufwertung der vorhandenen Erde nun mit einarbeiten.


Das Bodenleben

Ist essenziell überlebenswichtig für einen guten Boden auf dem Sie Lebensmittel für den Verzehr anbauen möchten. Das Bodenleben baut die organische Düngung ab und produziert somit für die Pflanzen benötigte Nähr- und Mineralstoffe. Daraus wächst nicht nur ein absolut natürlicher Kreislauf, der gesamte Boden wird von Jahr zu Jahr besser, gesünder und ertragreicher als jemals zuvor.

Dabei ist es für das menschliche Auge eher unmöglich, das Bodenleben zu betrachten. Der größte Teil setzt sich aus Bakterien und Pilzen, sogenannte Mikroorganismen zusammen und bleibt verborgen, während nur ein kleiner Bruchteil wie z.B. Regenwürmer und Käferlarven sichtbar sind.


Fazit

Bis auf die vorhandene Erde kann keine der zusätzlichen Zutaten eine Pflanze beim Wachstum alleine unterstützen. Erst im Zusammenspiel produzieren Sie eine vorbildliche Bodenmasse, in der sich Pflanzen und das Bodenleben wohl fühlen und bilden können.


Welche Werkzeuge wir für den Anbau in Blumenkästen oder dem Anbau auf einem Balkon benötigen, erfahren Sie im nächsten Beitrag.