BELUS Mini-Gärtner

Anbau auf kleinstem Raum

Topinambur

Knollen der Topinambur vor der Aussaat 2014

Die Topinambur-Knolle (Helianthus tuberosus) ist noch immer sehr unbekannt unter den Gärtnern, dabei ist sie ein wahrer Vitaminspender und wird auch als Doping für den Körper bezeichnet. Neben ihren vielen wichtigen Vitaminen enthält die Topinambur-Knolle einen sehr hohen Kaliumgehalt.  Die Knollen sind bei Diabetikern beliebt, da sie den Mehrfachzucker Inulin enthalten. Gegenüber der Kartoffel hällt die Topinambur-Knolle auch Bodenfröste bis -30° C aus, während der Blütenstamm lediglich mit -5° C zurecht kommt.

 

Die schönsten Stücke aus 2015

Die Blüte erinnert an eine Sonnenblume, weshalb die Knolle auch der gleichen Familie angehört. Mit einer maximalen Höhe von bis zu 3 Metern, eignet sich der Anbau dieser Knolle ausschließlich auf Balkonen und kleinen Gärten. Die Knolle ist mehrjährig und kann bis zum Verbrauch in der Erde verbleiben. Wird die Knolle nicht verbraucht, wächst in der nächsten Saison ein neuer Blütenstamm heran.

Der Boden sollte locker und durchlässig sein, wie bei der Kartoffel. Ansonsten ist die Knolle sehr anspruchslos. Die optimale Bodensäurung sollte einen ph-Wert von 6,0 bis 7,5 betragen. Verwenden Sie maximal 3-5 Knollen auf einen Quadratmeter.

 

Pflanzenfamilie  

Korbblütler

Bodenbeschaffenheit

lockerer Boden, anspruchslos

Aussaat & Ernte

Zwischen Februar und April kann die Knolle eingesetzt werden. Die Ernte erfolgt nach dem der Blütenstamm vollkommen ausgetrocknet ist und danach bei Bedarf.

Mineralien & Vitamine

Vitamin A, B1, B2, B6, C, D, Beta-Karotin, Biotin, Niacin, Natrium, Calzium, Magnesium, Kalium, Eisen, Kupfer, Mangan, Selen, Zink, Phosphor

 

Mini-Blog  

04.05.2014 Das erhoffte sonnige Wetter lässt die Topinambur langsam über das Balkongeländer wachsen. Bei einer maximalen Wuchshöhe von 3,0 Metern, werden bald Stangen notwendig sein. Da im vergangenen Jahr der Mais bei einem Sturm umknickte, sollen die Blüten der Topinambur vor einem Sturm geschützt werden. In der Natur sind die Maisfelder so dicht bepflanzt, das sich die Pflanzen gegenseitig stützen, was auf einem Balkon nur mit Stangen realisierbar erscheint.

22.05.2014 Ein Blütenansatz ist noch nicht zu erkennen. Die Pflanzen sind kräftig in der Farbe und bereits über einen Meter groß. Auch sind die Stangen zur Stabilisierung bereits gesetzt. Auf der Topinambur können keine Blattläuse erkannt werden, obwohl der Apfelbaum sehr damit zu kämpfen hat.

22.06.2014 Auch die Topinambur hat kräftig zugelegt und erreicht bereits eine Wachstumshöhe von 1,60 Meter. Tägliche Wässerung ist unausweichlich - sie verschlingt es förmlich. Da glücklicherweise bereits Wachstumsstangen am Balkongeländer befestigt wurden, überstand die Topinambur auch den Sturm ohne Beschädigungen. Sie lässt sehr schnell die Blätter hängen, weswegen ich sie morgens und abends mit Wasser versorge. Auch die Topinambur kann im Juni einmalig mit flüssigem Dünger unterstützt werden.  

16.07.2014 Mit einer Höhe von über zwei Metern hat sie fast den Apfelbaum eingeholt und die erste Blüte bildet sich. Die Blüte soll wie eine Sonnenblume aussehen - wir sind gespannt.

23.07.2014 Die Topinambur hat bereits drei Blüten hervorgebracht und sie sieht einer Sonnenblume wirklich ähnlich, nur etwas kleiner mit um die 12 bis 15 cm.

23.08.2014 Auf den Blättern wütet der Mehltau. Allerdings ist die Pflanze ohnehin in der Phase der Trocknung und sollte entfernt werden, bevor der Mehltau auf angrenzende Pflanzen übergreifen kann. Da es in den letzten Tagen geregnet hat und der Mehltau dadurch in der Verbreitung begünstigt wird, entfernten wir vorsorglich die kompletten Pflanzen und belassen die Knollen der Topinambur noch in der Erde.

04.09.2014 Erntezeit! Zwar etwas zu früh aber bevor der Mehltau sich noch weiter verteilt, nehmen wir mit, was wir bekommen können. Gute 1.200g Topinambur holten wir aus dem Pflanzenkübel heraus - eine beachtliche Menge bei der geringen Investition.

03.09.2014 Geschmacklich überzeugte die Topinambur ob angebraten, roh, geraspelt oder in Suppen eingekocht. Aus diesem Anlaß wird die Knolle auch in der nächsten Saison einen Kübel finden. Damit jedoch die geernteten Knollen bis zur nächsten Saison halten, sollten wir diese bereits einpflanzen. Eine Überwinterung an einer feuchten und kühlen Stelle kann man bei den heutigen isolierten Gebäuden nicht mehr finden. Somit ist sie in einem Kübel auf dem Balkon bestens aufgehoben, wenn die Erde - wie im Sommer - gegossen wird.

23.04.2015 Bei der Aufwertung der Erde kamen mir die fünf Knollen der Topinambur aus dem Vorjahr in die Hände. Sie waren so frisch, als hätte ich diese gerade erst geliefert bekommen. Nach der Aufwertung positionierte ich die Knollen wieder, damit sie sich nicht in die quere kommen. Mit den ersten Sonnenstrahlen erblickten bereits sämtliche Pflanzen das Tageslicht.

06.05.2015 So wie ich die Topinambur kennen lernen durfte, verhält sie sich auch dieses Jahr. Sie wächst, wächst und wächst. Auch konnte ich im vergangenen Jahr keine Parasiten, Schädlinge oder Fressstellen ausfindig machen. Im Freien wird das wahrscheinlich etwas anders aussehen aber auf einem Balkon ist ein auftretender Schneckenbefall eher unwahrscheinlich und ein paar Blattläuse werden einfach weggespritzt.

05.07.2015 Die Topinambur hatte mehr Glück als die Andenbeere. Eine Pflanze von fünf wurde lediglich vom Hagel zerstört und viele Blätter gingen verloren.

10.08.2015 Den letzten Sturm steckte die Topinambur, geschützt vom Kirschbaum, locker weg. Die verbleibenden Pflanzen beginnen bereits auszublühen, danach trocknet die Pflanze ab und die Knollen können zur weiteren Verarbeitung aus der Erde entnommen werden. Unmittelbar nach der Ernte erfolgt die Aufwertung für die Erde und fünf der geernteten Knollen werden wieder im Kübel für die nächste Saison platziert.

01.09.2015 Die Blüten der Topinambur sind verwelkt und das Blattwerk beginnt auszutrocknen. Wenn der Stamm der Pflanze ausgetrocknet ist, kann mit der Ernte begonnen werden. Über das Ergebnis kann bisher nur spekuliert werden.

14.11.2015 Eine durchaus sehenswerte Ernte, wenn man bedenkt, das lediglich fünf Knollen vorhanden waren, und daraus 610g wurden. Die 20 Stecklinge für die nächste Saison, zog ich von dem Erntegwicht bereits ab. Wenn alles gut verläuft, sollten nächstes Jahr wieder über 2 kg als Ergebnis zu erwarten sein. Da die Topinambur auch harte Winter überstehen kann, pflanzte ich die Stecklinge bereits wieder in die aufgelockerte Erde.

13.05.2016 Die Topinambur vom letzten Jahr, legt auch diese Saison ihren Wachstumsdrang unter Beweis. Nur noch wenige Zentimeter trennen sie vom Balkongeländer.

11.06.2017 Vielleicht hätte ich die Topinambur 2016 aus der Erde nehmen sollen, aber, da man diese auch einfach in der Erde belassen kann, wollte ich dies ausprobieren. Dafür zeigt die Topinambur diese Saison so viel "Grün", das der Kübel und die Erde nicht mehr sichtbar sind, was einen enormen Wasserbedarf mit sich bringt. Sollte ich zu einem Grundstück kommen, werde ich die Topinambur definitiv in einem Hochbeet anbauen.